24h-Dienst der Jugendfeuerwehr
In der vergangenen Woche stand für unsere Jugendfeuerwehr ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: der 24-Stunden-Dienst. Beim 24-Stunden-Dienst konnten unsere Jugendlichen einen Tag lang erleben, wie der Alltag bei einer Berufsfeuerwehr aussehen könnte – inklusive mehrerer Einsätze, gemeinsamer Mahlzeiten und natürlich jeder Menge Spaß.
Pünktlich am Donnerstag um 13 Uhr traten im Gerätehaus 20 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr zu unserem 24-Stunden-Dienst an. Nach einer kurzen Belehrung durch unseren Jugendwart sowie der Fahrzeug- und Truppeneinteilung ging es an die Fahrzeugübernahme. Dabei wurden die Geräte kontrolliert und die Fahrzeuge einsatzbereit gemacht. Schnell wurde dabei festgestellt, dass das eine oder andere Gerät noch am falschen Platz lag, also gab es direkt etwas zu tun, bevor es richtig losgehen konnte.
Anschließend wurde der Schlafplatz eingerichtet. Zunächst war dafür unser Jugendfeuerwehranbau vorgesehen. Beim Aufbau der Betten zeigte sich jedoch schnell, dass dieser etwas zu klein war. Daher wurde das Zelt, welches für das anschließende Zeltlager geplant war, jetzt schon auf der Festwiese aufgebaut.
Viel Zeit blieb dafür allerdings nicht. Während des Aufbaus ertönte um 14:15 Uhr bereits der erste Alarm. Mit dem Stichwort „H1 – Wasser im Keller“ rückten unsere Jugendlichen zur Gartenanlage in der Reuterstraße aus. Vor Ort wurde festgestellt, dass bei einer Gartenlaube der Keller mehrere Meter unter Wasser stand. Dieser musste mit zwei Tauchpumpen abgepumpt werden. Das Wasser wurde in die Wassertonnen mehrerer Gartennachbarn geleitet.
Nach dem Einsatz ging es zurück zum Gerätehaus, wo die letzten Handgriffe für den Schlafplatz erledigt werden mussten. Anschließend blieb auch Zeit für Freizeitaktivitäten. Beim Volleyball, Tischtennis und Kubb (Wikingerschach) konnten sich die Jugendlichen zusammen mit den Betreuern austoben und gemeinsam Spaß haben.
Um 17:36 Uhr folgte bereits der zweite Einsatz. Diesmal ging es zu einem „H1 – Verkehrsunfall“ nach Admannshagen-Ausbau in die Lichtenhäger Tannen. Bei der Ankunft des ersten Fahrzeugs stellte sich heraus, dass eine Pritsche gegen einen Baum gefahren war. Im Fahrzeug befand sich eine verletzte Person, die von uns gerettet und medizinisch versorgt wurde. Währenddessen machte sich die Besatzung des LF 8 auf die Suche nach den zwei weiteren vermissten Insassen, die im Wald gesucht und ebenfalls gerettet werden mussten.
Nach der Rückkehr stand zunächst das Abendessen auf dem Programm. Dank eines von den Eltern organisierten Mitbringbuffets war für eine vielseitige Auswahl gesorgt. Während des Essens wurden außerdem die Trupps getauscht, sodass jeder einmal verschiedene Aufgaben auf den unterschiedlichen Fahrzeugen übernehmen konnte.
Während wir wieder unsere Freizeit nutzten, ging um 20:15 Uhr der dritte Alarm ein: „H1 – Baumhindernis“. Mehrere Weidenstämme waren im Adebarsweg auf die Straße gefallen und mussten beseitigt werden. Mit Hand- bzw. Bügelsägen wurden die Bäume Stück für Stück zerkleinert und die Straße wieder freigemacht.
Um 22 Uhr kehrte schließlich Ruhe ein und es war Nachtruhe angesagt. Doch auch diese sollte nicht lange andauern. Um 23:14 Uhr klingelte der Melder. Es ging zum vierte Einsatz mit dem Stichwort „F1 – unbekannte Rauchentwicklung“. Auf dem Grundstück des Bauhofes waren Paletten in Brand geraten. Beide Löschfahrzeuge bauten einen Löschangriff über einen Verteiler auf und gingen gemeinsam gegen das Feuer vor.
Zurück am Gerätehaus musste die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wiederhergestellt werden. Nach diesem nächtlichen Einsatz konnten sich die Jugendlichen wieder schlafen legen.
Doch auch die Nacht blieb nicht ganz ruhig. Um 6 Uhr ertönte erneut der Alarm. Bei der „H1 – Personenrettung“ in einer Autowerkstatt mussten gleich zwei verletzte Personen versorgt werden: Eine Person befand sich unter einer Hebebühne, eine weitere war im ersten Obergeschoss verletzt. Wir sicherten die Hebebühne ab, damit diese nicht weiter abgesenkt werden konnte und die darunterliegende Person nicht eingeklemmt wurde.
Nach diesem letzten Einsatz ging es zurück zum Gerätehaus. Bevor es anschließend das wohlverdiente Frühstück gab, mussten ein letztes Mal die Fahrzeuge wieder ordentlich hergerichtet werden. Gegen 8 Uhr gab es endlich die frisch gebackenen Brötchen mit Marmelade oder Aufschnitt, auf die die Kinder und Jugendlichen bereits sehnsüchtig gewartet hatten.
Zu guter Letzt wurden das komplette Gerätehaus, sowie die Schlafplätze wieder aufgeräumt, um anschließend mit dem Zeltlager zu beginnen.
Damit ging nach rund 24 Stunden ein abwechslungsreicher und ereignisreicher 24-Stunden-Dienst zu Ende. Unsere Jugendlichen konnten dabei nicht nur ihr feuerwehrtechnisches Wissen und Können unter Beweis stellen, sondern auch erleben, wie wichtig Teamarbeit, Einsatzbereitschaft und Zusammenhalt sind.
Ein großer Dank geht an alle Betreuer sowie an die Eltern, die diesen besonderen Tag für unsere Jugendfeuerwehr möglich gemacht und unterstützt haben.
Doch damit war unser actionreiches Wochenende noch lange nicht vorbei. Direkt im Anschluss ging es für unsere Kinder und Jugendlichen weiter ins Zeltlager mit unserer Partner-Wehr aus Manhagen. Dazu berichten wir in einem eigenen Artikel.
